Offener Brief zur Verurteilung des Bundeszuchtwartes Reinhardt Meyer am 24.8.2012

Sehr geehrter Herr Bundesvorsitzender Henke,
sehr geehrter Herr Bundesgeschäftsführer Setecki,

am 12.8.2012 äußerte ich Ihnen gegenüber, dass unser gemeinsamer Verein mutmaßlich von Korruption und Vetternwirtschaft zerfressen wird. Ich erwähnte ebenfalls, dass diese Entwicklung selbst einfache Hundesportler wie ich seit Jahren beobachten konnten.

Am 24.8.2012, also keine zwei Wochen nach meinem Schreiben an Sie, wurde in Kassel der Bundeszuchtwart unseres Vereins verurteilt. Ich war selbst zugegen und möchte Ihnen das Verfahren nahebringen:

  • Der Staatsanwalt erläuterte während der Verhandlung, dass er sowohl mit dem US-amerikanischen FBI und deren chinesischen Pendant in Verbindung stand, um die Machenschaften des Bundeszuchtwarts zu durchleuchten.
  • Die mündliche Verhandlung brachte allerhand Details zu den privaten Finanzen des Bundeszuchtwarts ans Licht, so dass das Finanz- und Sozialamt im Nachgang zu diesem Verfahren sicherlich noch allerhand mit Herrn Meyer zu besprechen haben.
  • In einem Anklagepunkt (Betrug bei Hundegeschäften) entzog sich unser Bundeszuchtwart einem offenen und transparenten Verfahren – selbst hier fehlte es ihm einmal mehr an Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein. Stattdessen akzeptierte er, 25.000€ an eine gemeinnützige Organisation zu überweisen. Nachtigall, ich hör dir trapsen! Sie auch?
  • Rechtskräftig hingegen wurde Bundeszuchtwart Meyer zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen a 50€ wegen Sozialbetrugs verurteilt.
  • Der Verteidiger des Herrn Meyer schloss sich dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft an, Herr Meyer akzeptierte die Geldauflage und das Urteil vorbehaltlos

Hier hat nun also der Rechtsstaat in unserem Verein den Kehraus übernommen, der von der Vereinsspitze jahrelang versäumt wurde. Dieses Versäumnis laste ich Ihnen persönlich an. Mit dem Richterspruch aus Kassel wurde jetzt endlich das weithin sichtbare Signal gesetzt, dass Lügner und Betrüger, das Korruption und Vetternwirtschaft im Verein für Deutsche Schäferhunde nichts zu suchen haben. Gleiches gilt allerdings auch für Ignoranz oder Saumseligkeit der Mitglieder in den Führungs- und Kontrollgremien.

Ich fordere Sie, die Vereinsspitze des SV, daher heute auf:

  • Der wegen Betrugs verurteilte Bundeszuchtwart Reinhardt Meyer ist mit sofortiger Wirkung aus unserem Verein auszuschließen.
  • Weiterhin fordere ich eine unabhängige Untersuchung sämtlicher Geschäfte, die Herr Meyer im Namen des Vereins durchgeführt hat.
  • Sofern bei dieser Untersuchung erkennbar wird, dass der Bundeszuchtwart oder andere Funktionäre sich auf Kosten des Vereins missbräuchlich bereichert oder den Verein für dubiose Machenschaften missbraucht haben, ist umgehend Anzeige zu erstatten und Schadenersatz zu fordern. Anhaltspunkte hierfür sind augenscheinlich vorhanden – große Häuser und schwäbische Luxuskarossen vertragen sich nicht mit Sozialhilfe.
  • Von Ihnen persönlich erwarte ich außerdem, dass Sie sich bei „dem schlecht schreibenden Belgier“ in aller Form für die sprachlich-geistige Entgleisung des Vereinswirtschaftswarts Peter Tacke entschuldigen und darüber hinaus das Engagement unserer OG Ausland gegen Korruption und Vetternwirtschaft im SV würdigen.

Ordnen Sie die Verhältnisse im Verein, sorgen Sie für klare Verhältnisse und bitte überlegen Sie sich auch, ob es nicht langsam an der Zeit für einen personellen Neuanfang mit unbelastetem Spitzenpersonal ist. Dem Verein und dem Deutschen Schäferhund ist es zu wünschen.

Zu guter Letzt erlaube ich mir den Hinweis, dass ich nicht länger bereit bin, als langjähriger unbescholtener Hundesportler und aktiver OG-Gründer in einem Verein Mitglied zu sein, der die vor Gericht festgestellten Zustände toleriert, vielleicht sogar fördert. Sollte sich abzeichnen, dass auf der anstehenden Siegerschau das „System Meyer“ weiterhin protegiert wird, ist der Sumpf offenbar noch tiefer als befürchtet. In diesem Fall werde ich mich dafür einsetzen, dass sich erneut Staatsanwälte und Richter mit unserem Verein beschäftigen müssen. Langjährige Hängepartien in internen Vereinsgremien, die am Ende wegen Verfahrensfehlern eingestellt werden, werde ich nicht mehr akzeptieren. Und glauben Sie mir: mit dieser Einstellung stehe ich nicht allein.

Mit Sportlichem Gruß

Bernd Ditze
1.Vorsitzender OG Volkmarsen

2 Replies to “Offener Brief zur Verurteilung des Bundeszuchtwartes Reinhardt Meyer am 24.8.2012”

  1. Ja Bernd,
    das sind klare und gute Worte. Aber solche klaren Worte wurden in diesem Verein auch hin und wieder(vieleicht zu wenig) gesprochen. Es hat sich aber nichts geändert. Du kennst meine Meinung, die müssen bescheisen, da die Hunde alle gleich aussehen.

    Daher das Motto (abgewandelt von einem Zitat des berühmten Sozialdemokraten Philipp Heinrich Scheidemann (übrigens 1865 in Kassel gebohren):

    ” Der Mayer hat abgedankt, es lebe das neue, es lebe der RSV2000 ”

    Gruß Gerd

  2. Pingback: SV – ein Verein für den man kämpfen muss | Verein für Deutsche Schäferhunde

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